Sie liefern eine brilliante Palette von Rot, Scharlach, Orange, Lila und Schwarz. Die Insekten gehören alle zur Familie der Coccidae.
getrocknete Koschenille |
Die Koschenille-Laus (Dactylopius cocci) ist ein Parasit, die auf Feigenkaktusarten (Opuntia sp.) lebt. Der Farbstoff, der aus dem Körper des unbeweglichen weiblichen Insekt gewonnen wird, ist polychromatisch. Abhängig vom Färbeprozess, erhält man damit verschiedene Töne. Die Farbe wurde sehr im präkolumbianischen Amerika geschätzt und wird heute noch auf grossen Kaktusplantagen in Mexiko, Guatemala und den Kanarischen Inseln 'angebaut'. |
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Die Kermes-Schildlaus (Kermes vermilio, K. palestiniensis) ist der Koschenille sehr ähnlich und wird seit dem Altertum im mediterranen Raum benutzt. Der Parasit lebt in Hartlaubwäldern auf verschiedenen Arten von Eichen (Quercus coccifera, Q. ilex - Exemplare im Garten). Das brilliante Rot namens 'Königsrot' wird auch hier aus den weiblichen Insekten gewonnen. Kermes ist auch als Malerpigment geschätzt, doch wird es nicht mehr kommerziell bewirtschaftet. |
Kermes sp. gesammelt in Anatolia |
Das polnische Koschenille (Porphyrophora polonica) lebt auf den Wurzeln von Blutkraut (Scleranthus perennis) und diente in der Ukraine, Litauen und O-Europa als Kermesersatzt. Rote Farbe wird auch aus Gummilack (Kerria lacca) gewonnen. Diese Schildlaus lebt auf verschiedenen Bäumen Südasiens, z.B. Butea, Zizyphus, Acacia und Ficus. Kerria liefert nicht nur Farbstoff, sondern den Hauptbestandteil von traditioneller Holzlasur, nämlch Lackharz.